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Arcade-Sticks auf der PS5

Marvel Tōkon: Fighting Souls steht vor der Tür und ich will meinen Arcade-Stick endlich auch auf der PS5 nutzen. Klingt einfach? Ist es nicht – denn Sonys Lizenzpolitik für Peripheriegeräte macht Käufern das Leben schwer. Ich erkläre, was der PS4-Legacy-Mode wirklich bedeutet, welche Sticks tatsächlich PS5-tauglich sind und warum meine Suche nach einer kabellosen Lösung in einem echten Krimi endete.

Es steht ein neuer Stern am Beat-'em-up-Himmel: Marvel Tōkon: Fighting Souls erscheint am 6. August – und die Vorfreude bei mir ist riesig. Die Herren von Insert Moin konnten bereits eine Preview anspielen, und alle Zeichen stehen auf einen echten Volltreffer für Fans von Comic-Prüglern.

Und ich muss vorab sagen: Beat 'em Ups begleiten mich schon seit jeher. Ich spiele sie liebend gerne, auch regelmäßig – aber eben immer nur in Phasen. Street Fighter 4 hat mein Informatik-Studium dominiert (ja, mehr als so manche Vorlesung), Street Fighter 6 hat Killer Instinct von seinem Stammplatz verdrängt. Nur SF5 ist komplett an mir vorbeigegangen – manchmal verpasst man eben eine Generation.

Was ich aber definitiv nicht bin: ein Profi-Spieler. Ich bin und bleibe Beat-'em-Up-Casual-Spieler – mit ganz viel Herzblut, aber ohne Frame-Data im Kopf.

Der Weg vom Gamepad zum Arcade-Stick

Genau deshalb habe ich lange mit dem Kauf eines Arcade-Sticks gehadert. Der Wechsel vom Gamepad zum Stick bedeutet nämlich eine radikale Umgewöhnung: Die Moves und Combos kennt man ja schon lange auswendig, aber die Bewegungsmuster neu ins Muskelgedächtnis zu bringen? Das ist schlicht harte Arbeit. Der Gedanke, gefühlt bei null anzufangen, war für mich lange ein waschechter Show-Stopper.

Trotzdem war der Wunsch nach einem eigenen Arcade-Stick nie ganz weg.

Vor ein paar Jahren begann dann endlich die Suche – und wer sich schon mal mit dem Thema beschäftigt hat, weiß: Die Arcade-Stick-Landschaft ist anfangs ziemlich überfordernd. Grob lassen sich Geräte in vier Kategorien einteilen:

  1. Geräte für den Müll
  2. Einsteiger-Modelle für 60–100 Euro
  3. Mid-Range-Sticks für 100–200 Euro
  4. High-End-Geräte für 200–350 Euro

Meine Anforderungen waren dabei glasklar: kabellos, Support für die Xbox Series X, und tauglich für meinen Casual-Anspruch. Die Wahl fiel schließlich auf den 8BitDo Arcade Stick for Xbox – und diesen Kauf bereue ich bis heute in keiner Weise. Nicht nur SF6 ließ sich damit hervorragend spielen, auch ein Titel wie Ninja Gaiden Ragebound hat mir auf dem neuen Eingabegerät richtig Freude bereitet.

Im Rückblick ärgere ich mich fast ein bisschen, mir nicht schon viel früher einen Arcade-Stick zugelegt zu haben. Das Spielgefühl ist einfach ein komplett anderes – frisch, direkt, fast schon nostalgisch und modern zugleich.

Kleiner Disclaimer an dieser Stelle: Ich möchte hier explizit keine Kaufempfehlung für ein bestimmtes Gerät aussprechen. Sonst hätte ich sofort jeden selbsternannten Pro-Gamer am Hals, der mir erklärt, warum "der Lever an dem Gerät doof ist" oder die Buttons "unbedingt durch Sanwa OBSF ersetzt werden müssen!!!1elf".

Das eigentliche Problem: Arcade-Sticks und die PS5

Und damit sind wir beim eigentlichen Kern dieses Artikels: Marvel Tōkon habe ich mir für die PS5 vorbestellt. Ich bin nun mal in erster Linie Konsolen-Spieler. Blöd nur: Meinen brandneuen 8BitDo-Stick kann ich daran natürlich nicht anschließen – der ist exklusiv für Xbox und PC lizenziert. Also musste eine Lösung her.

Warum das auf der PS5 überhaupt ein Problem ist

Sony hat für die PS5 ein eigenes Lizenzmodell für Peripheriegeräte eingeführt. Nur Hardware mit offizieller Autorisierung wird von der Konsole überhaupt als Eingabegerät akzeptiert. Ältere oder nicht lizenzierte Arcade-Sticks landen bestenfalls im sogenannten PS4-Legacy-Mode.

Das bedeutet konkret: Ein solcher Stick funktioniert ausschließlich innerhalb der PS4-Abwärtskompatibilität – vorausgesetzt, das jeweilige Spiel unterstützt diesen Legacy-Mode überhaupt. Bei nativen PS5-Titeln? Fehlanzeige. Der Stick wird komplett ignoriert, selbst im Menü.

Für mich als Verbraucher heißt das: Man muss beim Kauf wirklich genau hinschauen. Sonst gibt man im schlimmsten Fall einen dreistelligen Betrag für ein Gerät aus, das dann nur für bestimmte Spiele funktioniert – und auch nur, wenn ausgerechnet dieses eine Spiel den PS4-Legacy-Mode unterstützt.

Meine erste Adapter-Recherche

Zunächst habe ich mich nach Adapter-Lösungen umgesehen, mit denen sich mein bestehender Xbox-Stick doch irgendwie an der PS5 betreiben lassen könnte. Zwei Kandidaten standen im Raum:

  1. Mayflash Magic-S Ultimate
  2. Brook Wingman FGC 2

Der Mayflash Magic-S Ultimate fiel schnell raus – schlicht mangels Verfügbarkeit. Der Brook Wingman FGC 2 hingegen sah vielversprechend aus und macht dabei sogar noch etwas Besonderes: Er unterstützt eine beeindruckend große Bandbreite an Controllern – sogar meinen 8BitDo Arcade Stick for Xbox samt seinem Wireless-Dongle. Damit müsste mein bestehender Stick also gar nicht ausgetauscht werden, sondern ließe sich einfach 'durchschleifen'.

Der Haken an der Sache: Der FGC 2 kostet 65 Euro. Und seien wir ehrlich – ich besitze bereits einen guten Mittelklasse-Stick. Nochmal 65 Euro obendrauf zu zahlen, nur um ihn an der PS5 nutzen zu können, fühlt sich einfach falsch an. Insbesondere, wenn man bedenkt, dass man für rund 120 Euro bereits einen kompletten, neuen Arcade-Stick bekommt.

Die Sony-FlexStrike-Enttäuschung

Also kam eine weitere Option ins Spiel: der Sony FlexStrike – Sonys eigener kabelloser Fight-Stick. Zum UVP von 200 Euro hätte ich hier ohne zu zögern zugeschlagen, schließlich waren meine Erfahrungen mit dem kabellosen 8BitDo-Stick durchweg positiv. Rechnet man die 65 Euro für den Brook Wingman gedanklich gegen, wären unterm Strich sogar nur 135 Euro geblieben – ein fairer Deal.

Der Haken: Sony hat den Marktstart verschoben. Offiziell heißt es dazu im PlayStation Blog:

"We wanted to share an update on the launch timing for FlexStrike wireless fight stick. Due to unexpected production delays, FlexStrike wireless fight stick will launch at a later date."

Super. Damit war auch diese Option erstmal vom Tisch.

Die Suche nach einem waschechten PS5-Arcade-Stick

Getrieben von dem Gedanken "für etwas mehr Geld bekomme ich halt einfach einen zweiten Arcade-Stick neben meinem 8BitDo", habe ich mich durch etliche Tests gewühlt und bin schließlich beim Mayflash F700 gelandet. Und wie es das Schicksal so will, fand ich sogar ein Elite-Exemplar im Zustand "Wie Neu" für 160 Euro.

Und dann entdeckte ich das Kleingedruckte: "Für PS5, nur für Kampfspiele."

Was das bedeutet, hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon erahnt: Sony erlaubt auf der PS5 eben nur autorisierte Hardware – es sei denn, ein Spiel implementiert explizit den PS4-Legacy-Mode. Und ausgerechnet der Mayflash F700, meine auserkorene Alternative, gehört nicht zu den offiziell lizenzierten Modellen.

Zurück auf Los. Hier die Modelle, die tatsächlich offiziell PS5-kompatibel sind:

Hori

  1. Hori Fighting Stick α
  2. Hori Fighting Stick mini 4 kai
  3. Real Arcade Pro (RAP) V Hayabusa

Victrix (von PDP)

  1. Victrix Pro FS
  2. Victrix Pro FS-12

Qanba

  1. Qanba Obsidian
  2. Qanba Drone 2

Erfüllen diese Sticks meine Anforderungen? Leider nein – allesamt sind kabelgebunden. Für einen Casual-Spieler wie mich, der sich bewusst für ein kabelloses Setup entschieden hat, keine wirkliche Option.

Die Quintessenz: Zwei realistische Optionen bleiben übrig

Am Ende bleiben für mich nur zwei sinnvolle Wege, um einen Arcade-Stick an der PS5 zu nutzen:

  1. Sony FlexStrike – aktuell aber auf unbestimmte Zeit verschoben
  2. Brook Wingman FGC 2 – sofort verfügbar, aber mit Zusatzkosten

Da FlexStrike frühestens irgendwann in unbestimmter Zukunft erscheint, ich aber pünktlich zum Release von Marvel Tōkon spielbereit sein möchte, fällt die Entscheidung schweren Herzens auf den Brook Wingman FGC 2. Die Bestellung ist bereits raus.

Immerhin: Das kommende Wochenende (24.07.2026) darf ich mich schon auf die offene Beta zu Marvel Tōkon freuen – Adapter-Frust hin oder her. 🎮

Fazit für alle, die vor derselben Entscheidung stehen: Wer auf der PS5 einen Arcade-Stick nutzen möchte, sollte vor dem Kauf unbedingt auf die offizielle PS5-Lizenzierung achten – und sich bewusst machen, dass kabellose Optionen auf Sonys Konsole aktuell noch echte Mangelware sind. Bis der FlexStrike endlich in den Läden steht, führt für kabellose Fighting-Game-Fans kaum ein Weg an einem Adapter wie dem Brook Wingman FGC 2 vorbei.


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