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Silent Hill f

Silent Hill f

PlattformXbox Series XErschienen25.09.2025Metascore86Auch fürPC, PlayStation 5

Reviews

Pat · 10.08.2026
★★★★★55/100

Silent Hill f im Test: Ein ambitioniertes, aber enttäuschendes Horror-Erlebnis

Silent Hill f scheitert an seinen eigenen Ansprüchen – trotz starker Atmosphäre und tiefgründiger Themen.

Mit ernsten Themen und symbolträchtiger Erzählweise will Silent Hill f an die Tradition der Reihe anknüpfen. Doch technische Mängel, ein frustrierendes Kampfsystem und repetitive Spielmechaniken trüben den Eindruck. Ein zwiespältiges Erlebnis, das Fans enttäuschen dürfte.

Silent Hill f hätte ein Meilenstein des psychologischen Horrors werden können. Stattdessen entpuppt es sich als ein Spiel, das trotz starker narrativer Ansätze und einer beklemmenden Atmosphäre an grundlegenden Schwächen krankt. Die Entwickler setzen auf eine düstere, symbolgeladene Geschichte, doch das Gameplay und das Leveldesign stehen diesem Anspruch im Weg. Was bleibt, ist ein Titel, der zwischen ambitionierten Ideen und frustrierenden Umsetzungsfehlern schwankt.

Silent Hill f wirft den Spieler in eine beklemmende Welt, die von Trauer, Einsamkeit und psychologischem Horror geprägt ist. Die Stärken des Spiels liegen unbestritten in seiner erzählerischen Tiefe und der Fähigkeit, eine unheimliche Atmosphäre zu erzeugen. Die Geschichte, die sich um die Protagonistin Hinako und ihre geisterhaften Visionen dreht, ist ernst, symbolträchtig und voller Metaphern, die zum Nachdenken anregen. Doch genau hier beginnt auch das Problem: Die Inszenierung dieser Themen steht in krassem Gegensatz zu den technischen und spielerischen Unzulänglichkeiten, die das Erlebnis immer wieder stören.

Ein linearer Pfad mit falschen Versprechungen

Auf den ersten Blick wirkt Silent Hill f wie ein klassisches Survival-Horror-Spiel, das den Spieler dazu ermutigt, die Umgebung zu erkunden und Ressourcen zu sammeln. Doch dieser Eindruck täuscht. Das Spiel ist im Kern extrem linear, was nicht per se schlecht ist – wenn es denn konsequent umgesetzt wäre. Stattdessen wird der Spieler ständig mit Abzweigungen konfrontiert, die sich als Sackgassen entpuppen und am Ende lediglich einen Gegenstand oder eine Notiz bereithalten. Diese Abzweigungen unterbrechen den Spielfluss, da der Spieler gezwungen ist, ständig zu überlegen, welcher Weg der „richtige“ ist. Das Ergebnis: Man verliert sich in sinnlosen Suchaktionen, statt sich auf die Atmosphäre und die Geschichte einzulassen.

Besonders ärgerlich ist, dass diese Abzweigungen selten etwas Substanzielles zum World-Building beitragen. Von den unzähligen Notizen, die man im Spiel findet, sind nur wenige wirklich relevant. Die meisten dienen lediglich dazu, die Charaktere näher zu beschreiben – eine Methode, die zwar in Indie-Titeln funktionieren mag, in einem AAA-Spiel jedoch wie eine billige Ausrede wirkt. Während der Rätsel sind diese Notizen hilfreich, doch während des normalen Spielverlaufs fühlt es sich an, als würde man ständig aus der Immersion gerissen, um belanglose Texte zu lesen.

Ein Kampfsystem, das mehr Frust als Spannung erzeugt

Das Kampfsystem in Silent Hill f ist einer der größten Schwachpunkte des Spiels. Es wirkt unausgereift, als hätte man einen frühen Prototypen in die finale Version übernommen. Gegner sind auf den ersten Blick berechenbar, doch ihre Angriffe kommen oft so schnell und unvorhersehbar, dass selbst einfache Paraden zur Herausforderung werden. Das Ausweichen fühlt sich unpräzise an, und die Treffererkennung ist so unzuverlässig, dass man sich fragt, ob hier überhaupt getestet wurde. Auf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad mag das noch erträglich sein, doch selbst dort überwiegt schnell der Frust.

Hinzu kommt, dass die Gegnerplatzierung oft billige Jump-Scare-Momente provoziert. Silent Hill hat sich in der Vergangenheit stets durch psychologischen Horror ausgezeichnet – doch hier wirken die Gegner wie Fremdkörper, die nur dazu da sind, den Spieler zu erschrecken, statt ihn in die beklemmende Atmosphäre einzutauchen. Das ist besonders enttäuschend, da die wenigen Momente, in denen das Spiel auf subtile Spannung setzt, deutlich zeigen, wie es hätte sein können.

Grafik und Leveldesign: Ein zwiespältiger Eindruck

Die Grafik von Silent Hill f ist für ein AAA-Spiel enttäuschend. Die Texturen wirken oft flach, die Beleuchtung ist zwar atmosphärisch, aber nicht immer überzeugend umgesetzt, und die Kulissen wiederholen sich ständig. Die Stadt besteht aus einer Aneinanderreihung von Gebäuden, die sich kaum voneinander unterscheiden. Das führt dazu, dass man sich schnell desorientiert fühlt – nicht aus Absicht, sondern weil das Leveldesign schlichtweg langweilig ist.

Positiv hervorzuheben sind jedoch die geisterhaften Erscheinungen im späteren Verlauf des Spiels, die Szenen aus Hinakos Vergangenheit zeigen. Diese Momente tragen maßgeblich zur Erzählweise bei. Leider sind sie zu selten, um die Schwächen des restlichen Spiels auszugleichen.

Rätsel und Atmosphäre: Lichtblicke in einem ansonsten schwachen Spiel

Die Rätsel in Silent Hill f sind ein kleiner Lichtblick. Sie sind abwechslungsreich gestaltet und reichen von klassischen „Finde-den-Gegenstand-und-platziere-ihn“-Mechaniken bis hin zu komplexeren Schlussfolgerungsaufgaben. Hier zeigt das Spiel, dass es durchaus Potenzial hat, wenn es um kreative Herausforderungen geht. Auch die Atmosphäre ist gelungen: Die Soundkulisse, bestehend aus unheimlichen Geräuschen und bedrückender Stille, trägt maßgeblich dazu bei, dass man sich in der Welt von Silent Hill f verliert – zumindest dann, wenn man nicht gerade damit beschäftigt ist, Notizen zu lesen oder Sackgassen zu erkunden.

Die Musik hingegen enttäuscht. Sie ist oft zu zurückhaltend und schafft es nicht, die beklemmende Stimmung zu verstärken. In einem Spiel, das so sehr auf Atmosphäre setzt, ist das ein schwerwiegender Mangel.

Fazit: Ein Spiel mit großen Ambitionen und noch größeren Schwächen

Silent Hill f will ein AAA-Spiel sein, doch es fühlt sich wie eine Double-A-Produktion an. Das ist nicht per se schlecht – viele Double-A-Spiele glänzen mit innovativen Ideen und frischen Ansätzen. Doch im direkten Vergleich mit Titeln wie Banishers oder Mafia: The Old Country wirkt Silent Hill f altbacken und unausgereift. Während diese Spiele trotz ihrer Schwächen eine klare Vision verfolgen und diese konsequent umsetzen, wirkt Silent Hill f wie ein Flickwerk aus guten Ideen und schlechter Umsetzung.

Die größten Stärken des Spiels – seine ernste Thematik, die symbolträchtige Erzählweise und die beklemmende Atmosphäre – werden von den Schwächen im Gameplay, im Kampfsystem und im Leveldesign konterkariert. Wer bereit ist, diese Mängel zu ignorieren, wird vielleicht ein paar fesselnde Stunden erleben. Doch für die meisten Spieler dürfte der Frust überwiegen. Silent Hill f ist kein schlechtes Spiel – aber eines, das seine eigenen Ambitionen nicht einlösen kann.

Wer sich dennoch auf das Abenteuer einlassen möchte, sollte unbedingt den leichtesten Schwierigkeitsgrad wählen. Und selbst dann bleibt die Frage: Lohnt es sich, das Spiel ein zweites Mal durchzuspielen, um die zusätzlichen Story-Schnipsel zu entdecken? Die Antwort fiel für mich klar aus: Nein danke, Konami.

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