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RoboCop: Rogue City

RoboCop: Rogue City

PlattformPCErschienen02.11.2023Metascore72Auch fürPlayStation 5Xbox Series X

Reviews

Pat · 15.06.2024
★★★★★100/100

RoboCop: Rogue City – Eine Hommage, die trifft wie ein Schuss aus der Cobra Assault Cannon

Ein Spiel, das den Geist des Originalfilms perfekt einfängt – mit brutaler Inszenierung und liebevollem Charme.

RoboCop: Rogue City beweist, dass eine gelungene Adaption mehr ist als nur Nostalgie. Mit treffsicherem Gameplay, einer düsteren Atmosphäre und unzähligen Film-Anspielungen setzt das Spiel Maßstäbe für Lizenzspiele. Doch nicht alles ist perfekt – einige repetitive Elemente trüben das Erlebnis leicht.

Es ist selten, dass ein Spiel so unmittelbar die Essenz eines Kultfilms einfängt wie RoboCop: Rogue City. Entwickelt von Teyon und veröffentlicht von Nacon, ist dieses Actionspiel eine Liebeserklärung an den 1987er-Klassiker von Paul Verhoeven – und gleichzeitig ein Beweis dafür, dass Double-A-Produktionen Großes leisten können. Doch wie gut gelingt die Gratwanderung zwischen Hommage und eigenem Spielspaß?

Schon die ersten Minuten von RoboCop: Rogue City lassen keinen Zweifel daran, worum es hier geht: um den Geist des Originalfilms. Die düstere, korrupte Welt von Detroit, die brutale Gewalt und der trockene Humor – all das wird mit einer Präzision adaptiert, die Respekt einflößt. Das Spiel beginnt mit einer Szene, die direkt aus dem Film stammen könnte, und setzt von da an konsequent auf eine Inszenierung, die RoboCops ikonische Präsenz einfängt. Das Stampfen durch die Gänge, das mechanische Surren der Servomotoren, die unerbittliche Effizienz im Kampf – all das fühlt sich an, als wäre man selbst in die Rolle des Cyborg-Polizisten geschlüpft.

Das Gameplay ist dabei der unbestrittene Star des Spiels. Die Steuerung ist präzise, die Kämpfe sind hart und befriedigend, und die Waffenauswahl bietet genug Abwechslung, um sich wie eine Ein-Mann-Armee zu fühlen. Besonders gelungen ist die Umsetzung der „Prime Directives“, die RoboCop im Film so sehr einschränken. Im Spiel werden sie zu einer cleveren Mechanik, die den Spieler zwingt, taktisch vorzugehen – etwa wenn es darum geht, Unschuldige zu verschonen oder keine unnötige Gewalt anzuwenden. Das verleiht den Kämpfen eine zusätzliche Ebene und macht sie zu mehr als nur einem simplen Ballerspiel.

Doch RoboCop: Rogue City glänzt nicht nur durch sein Gameplay, sondern auch durch seine Welt. Die Stadt ist zwar nicht riesig, aber sie steckt voller Details und kleiner Geschichten, die den Charme des Originalfilms einfangen. Die Side-Storys sind dabei ein besonderes Highlight. Ob man nun einen verzweifelten Sonnenanbeter mit „Sunblock 5000“ versorgt oder sich mit einem paranoiden Verschwörungstheoretiker anlegt – jede dieser Nebenmissionen hat ihren eigenen, oft humorvollen Charakter. Die Entwickler haben sich sichtlich Mühe gegeben, die absurde, aber auch düstere Atmosphäre des Films einzufangen, und das gelingt ihnen hervorragend.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Fülle an Anspielungen auf das RoboCop-Franchise. Von ikonischen Szenen bis hin zu kleinen Easter Eggs – wer den Film kennt, wird sich immer wieder freuen, wie liebevoll hier auf die Vorlage Bezug genommen wird. Das Spiel fühlt sich an wie eine Fortsetzung, die direkt aus den 80ern stammen könnte, und das ist ein großes Kompliment.

Doch nicht alles ist perfekt. Die Levelgestaltung ist oft linear, und abseits des Hauptwegs gibt es wenig zu entdecken. Einige Abschnitte wiederholen sich in ihrer Struktur, und die Abwechslung bleibt manchmal auf der Strecke. Wer mehr Exploration oder komplexere Missionen erwartet, könnte hier enttäuscht werden. Auch die Story selbst ist eher dünn – sie dient vor allem als Rahmen für die Action und die vielen Anspielungen, hat aber wenig Eigenständiges zu bieten. Die Charaktere, abgesehen von RoboCop selbst, bleiben oft blass und klischeehaft.

Optisch bewegt sich das Spiel auf einem soliden, aber nicht revolutionären Niveau. Die Grafik ist detailreich, aber nicht immer auf dem Stand der neuesten Technik. Der Art-Style orientiert sich stark am Film, was einerseits charmant ist, andererseits aber auch bedeutet, dass das Spiel nicht unbedingt mit den visuellen Highlights anderer Titel mithalten kann. Der Sound hingegen ist gelungen – die Stimme von Peter Weller (der RoboCop im Originalfilm spielte) verleiht dem Spiel eine authentische Note, und die Musik unterstreicht die düstere Atmosphäre perfekt.

Fazit: RoboCop: Rogue City ist eine der besten Filmadaptionen, die es je in Spielform gab. Es versteht es meisterhaft, den Geist des Originalfilms einzufangen und gleichzeitig ein eigenständiges, unterhaltsames Erlebnis zu bieten. Wer den ersten RoboCop-Film liebt, wird hier voll auf seine Kosten kommen – und selbst wer kein Fan ist, wird von der gelungenen Umsetzung und dem charmanten Humor begeistert sein. Die Schwächen in der Abwechslung und der Story sind zwar spürbar, aber sie werden von den Stärken des Spiels mehr als wettgemacht. Ein absolutes Muss für Fans des Franchise – und ein starkes Argument dafür, dass Lizenzspiele nicht immer enttäuschend sein müssen.