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Nobody Wants to Die

Nobody Wants to Die

PlattformPlayStation 5Erschienen17.07.2024Metascore75Auch fürPCXbox Series X

Reviews

Pat · 07.09.2024
★★★½70/100

Nobody Wants to Die im Test: Ein faszinierender, aber unausgereifter Noir-Trip

Ein visuell beeindruckendes Sci-Fi-Noir mit cleverer Zeitspiel-Mechanik, das an seiner repetitiven Struktur und dünnen Story krankt.

Mit Nobody Wants to Die serviert Critical Hit Games ein atmosphärisches Detektivabenteuer im dystopischen 80er-Jahre-Setting. Die Zeitspul-Mechanik begeistert, doch die schwache Erzählstruktur und repetitive Spielschleifen bremsen den Noir-Trip aus.

Detektivgeschichten leben von ihrer Atmosphäre – und Nobody Wants to Die liefert sie in rauen Mengen. Das von Critical Hit Games entwickelte Spiel entführt Spieler in eine düstere, neonbeleuchtete Zukunftsvision, in der ein angeschlagener Ermittler mit einer mysteriösen Zeitmaschine am Handgelenk Verbrechen rekonstruiert. Doch trotz starker Optik und einer faszinierenden Spielmechanik bleibt das Erlebnis hinter seinen Möglichkeiten zurück.

Auf den ersten Blick wirkt Nobody Wants to Die wie eine Liebeserklärung an das Noir-Genre. Der Protagonist, ein abgehalfterter Detektiv mit Whiskeyflasche in der Hand, bewegt sich durch eine Welt, die von Cyberpunk-Ästhetik und 80er-Jahre-Charme durchdrungen ist. Die Unreal Engine sorgt für eine visuelle Präsentation, die ihresgleichen sucht: Lichtreflexe auf nassen Straßen, schmutzige Neonreklamen und der ständige Dunst einer dystopischen Großstadt schaffen eine dichte, fast greifbare Atmosphäre. Besonders die Zeitspul-Mechanik, mit der der Spieler Crime-Szenen rekonstruiert, ist ein technisches und konzeptionelles Highlight. Innerhalb weniger Sekunden verwandeln sich ganze Straßenzüge, Gebäude entstehen oder verfallen, und die Illusion einer dynamischen Welt wird perfekt umgesetzt.

Doch hinter der glänzenden Fassade verbirgt sich ein Spiel, das an seinen eigenen Ambitionen zu scheitern droht. Die Grundstruktur ist simpel: Der Detektiv kehrt immer wieder in sein heruntergekommenes Apartment zurück, um von dort aus neue Schauplätze aufzusuchen. Diese repetitiven Schleifen – Apartment, Crime-Scene, Apartment, nächste Crime-Scene – wirken schnell ermüdend. Die Rätsel, die sich in den rekonstruierten Szenen stellen, sind oft zu simpel oder fühlen sich wie bloße Zeitfüller an. Einmal verstanden, folgt die Lösung meist einem vorhersehbaren Muster, das wenig Herausforderung bietet.

Noch problematischer ist die Erzählweise. Die Geschichte um eine mysteriöse Verschwörung und die Zeitmaschine am Handgelenk des Protagonisten klingt vielversprechend, bleibt aber in der Umsetzung zu oberflächlich. Die Charaktere wirken blass, ihre Motivationen unklar, und die Handlung verliert sich in Klischees des Genres. Selbst das Voice-Acting – ausschließlich auf Deutsch verfügbar – kann daran wenig ändern. Die Synchronisation ist zwar solide, doch die Dialoge selbst wirken oft holprig und wenig inspiriert. Die Musik, die eigentlich eine tragende Rolle in der Atmosphäre spielen sollte, enttäuscht ebenfalls: Sie ist kaum präsent und hinterlässt keinen bleibenden Eindruck.

Dabei hätte Nobody Wants to Die das Zeug zum Geheimtipp gehabt. Die Spielzeit von etwa sechs bis acht Stunden ist überschaubar und verhindert, dass sich die repetitiven Elemente zu sehr in den Vordergrund drängen. Wer bereit ist, über die Schwächen hinwegzusehen, wird mit einer einzigartigen Ästhetik und einer Spielmechanik belohnt, die in dieser Form selten zu finden ist. Die Faszination für die Zeitspul-Mechanik und die visuelle Umsetzung bleibt bis zum Ende bestehen – doch sie allein reichen nicht aus, um die strukturellen Mängel auszugleichen.

Fazit: Nobody Wants to Die ist ein Spiel mit klaren Stärken und ebenso klaren Schwächen. Wer bereit ist, sich auf die düstere Atmosphäre und die innovative Spielmechanik einzulassen, wird belohnt – wer jedoch eine tiefgründige Story oder anspruchsvolle Rätsel erwartet, dürfte enttäuscht werden. Als kurzes, intensives Erlebnis funktioniert es, doch als vollwertiges Detektivabenteuer bleibt es hinter den Erwartungen zurück.

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