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Mafia: The Old Country

Mafia: The Old Country

PlattformPCErschienen08.08.2025Metascore73Auch fürPlayStation 5Xbox Series X

Reviews

Pat · 09.02.2026
★★★½65/100

Mafia: The Old Country – Ein ehrliches, aber enttäuschendes Gangster-Märchen

Ein solides Spiel mit starken Momenten, das an seiner eigenen Vorhersehbarkeit scheitert.

Mafia: The Old Country setzt auf ein klassisches Singleplayer-Erlebnis mit sizilianischem Flair – doch trotz atmosphärischer Kulisse und spannenden Messerkämpfen bleibt die Geschichte zu flach, um wirklich zu fesseln. Ein Spiel, das mehr verspricht, als es hält.

Es ist ein seltsames Gefühl, nach Mafia: The Old Country gleichzeitig enttäuscht und doch irgendwie zufrieden zu sein. Das Spiel von 2025 will nichts weiter, als eine gradlinige, düstere Gangster-Geschichte erzählen – und genau darin liegt das Problem. Denn was als konzentriertes, schnörkelloses Erlebnis beginnt, verliert sich schnell in Klischees und einer Story, die selbst in ihren besten Momenten kaum überrascht.

Schon der Einstieg wirkt vielversprechend: Die sizilianische Landschaft, zwischen Olivenhainen und engen Gassen, ist wunderschön inszeniert, und die Atmosphäre des ländlichen Italiens der 1950er-Jahre ist greifbar. Die Entwickler haben sich sichtlich Mühe gegeben, eine authentische Kulisse zu schaffen – und das gelingt ihnen auch. Die Musik, eine Mischung aus melancholischen Akkordeonklängen und bedrohlichen Streichern, unterstreicht die Stimmung perfekt, und selbst die kleinen Details, wie das Rascheln von Zeitungspapier oder das Knarren alter Holzböden, tragen dazu bei, dass man sich in diese Welt hineinversetzt fühlt.

Doch so stark die Atmosphäre auch ist, so schwach ist die Geschichte, die sie tragen soll. The Old Country erzählt die klassische Aufstiegsgeschichte eines jungen Mannes, der sich in der Mafia hocharbeitet – und genau das ist das Problem. Es ist eine Geschichte, die wir schon dutzendfach gesehen haben, und sie bietet kaum Überraschungen. Die Charaktere sind Abziehbilder: der ehrgeizige Protagonist, der skrupellose Boss, die verführerische Femme fatale. Selbst die Nebenfiguren wirken wie aus einem Lehrbuch für Mafia-Filme entnommen. Es fehlt an Tiefe, an unerwarteten Wendungen, an Momenten, die einen wirklich berühren.

Dabei hätte das Spiel so viel Potenzial gehabt. Die Messerkämpfe, eine willkommene Abwechslung zu den üblichen Schießereien, sind brutal und intensiv. Sie zwingen den Spieler, sich auf Taktik und Timing zu konzentrieren, und geben dem Spiel eine einzigartige Note. Auch die Nebenmissionen, die oft kleine Geschichten für sich erzählen, sind gelungen und bieten eine willkommene Abwechslung zum Hauptplot. Doch selbst diese Lichtblicke können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Hauptgeschichte zu oft in vorhersehbare Muster verfällt.

Ein weiteres Manko ist die emotionale Bindung zu den Charakteren. Trotz der starken Atmosphäre und der soliden Inszenierung gelingt es The Old Country nicht, den Spieler wirklich in die Geschichte hineinzuziehen. Die Dialoge wirken oft holprig, und die Beziehungen zwischen den Figuren bleiben oberflächlich. Selbst in den dramatischsten Momenten fehlt die nötige Wucht, um den Spieler wirklich zu packen. Stattdessen bleibt man oft ein distanzierter Beobachter, der zwar die Handlung verfolgt, aber keine echte Verbindung zu den Charakteren aufbaut.

Interessant ist, dass das Spiel trotz dieser Schwächen immer wieder Momente hat, die einen fesseln. Die Spannung, die in einigen Szenen aufkommt, ist echt, und es gibt Momente, in denen man das Gefühl hat, Teil einer großen, epischen Geschichte zu sein. Doch diese Momente sind zu selten, und sie werden zu oft von langweiligen oder vorhersehbaren Passagen unterbrochen. Es ist, als würde das Spiel ständig zwischen Genialität und Mittelmäßigkeit hin- und herpendeln – und am Ende bleibt ein zwiespältiger Eindruck.

Ein kleiner, aber charmanter Funfact: In der Küche des Protagonisten findet man ein einfaches Rezept für ein traditionelles sizilianisches Gericht, das man tatsächlich nachkochen kann. Es ist ein netter Einfall, der zeigt, dass die Entwickler sich Gedanken über die kleinen Details gemacht haben. Doch leider reicht das nicht aus, um die größeren Schwächen des Spiels auszugleichen.

Fazit: Mafia: The Old Country ist ein solides Spiel mit starken Momenten, das jedoch an seiner eigenen Vorhersehbarkeit scheitert. Wer ein klassisches, atmosphärisches Mafia-Erlebnis sucht, wird hier fündig – wer jedoch eine tiefgründige, fesselnde Geschichte erwartet, wird enttäuscht sein. Es ist ein Spiel, das mehr hätte sein können, aber am Ende doch nur ein weiteres Gangster-Märchen bleibt.

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