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Death Stranding 2: On The Beach

Death Stranding 2: On The Beach

PlattformPlayStation 5Erschienen26.06.2025Metascore89Community100/100 (1 Review)Auch fürPC

Reviews

Pat · 22.08.2025
★★★★★100/100

Death Stranding 2: On The Beach – Ein Meisterwerk mit neuen Schwerpunkten

Hideo Kojimas Fortsetzung setzt Maßstäbe in Storytelling und emotionaler Tiefe, verändert aber bewusst den Fokus.

Drei Jahre nach dem bahnbrechenden ersten Teil kehrt Sam Porter Bridges zurück – doch diesmal mit mehr Action, direkterem Zugang und einer Erzählung, die Trauer und Verlust in den Vordergrund stellt. Ein Spiel, das polarisieren könnte, aber in seiner Umsetzung überzeugt.

Mit Death Stranding 2: On The Beach liefert Hideo Kojima nicht nur eine Fortsetzung ab, sondern eine konsequente Weiterentwicklung seines visionären Ansatzes. Wo der Vorgänger noch mit langsamer Erkundung und existenzieller Einsamkeit punktete, setzt der zweite Teil auf eine dynamischere Erzählweise, zugänglichere Mechaniken und eine noch tiefere emotionale Durchdringung. Das Ergebnis ist ein Spiel, das in puncto Qualität nahtlos anknüpft.

Die größte Stärke von Death Stranding 2 bleibt die Erzählung. Kojima gelingt es erneut, eine dystopische Welt zu schaffen, die nicht nur visuell beeindruckt, sondern auch inhaltlich fesselt. Die Charaktere sind komplex, ihre Motivationen nachvollziehbar, und die Dialoge wirken natürlicher als in vielen anderen Spielen. Besonders hervorzuheben ist das Pacing: Während der erste Teil den Spieler lange Zeit mit minimaler Ausrüstung durch eine feindselige Welt schickte, erhält man hier schneller Zugang zu Waffen und Fahrzeugen. Das mag zunächst wie ein Bruch mit der ursprünglichen Philosophie wirken – doch es dient einem klaren Zweck.

Die Handlung selbst ist eine logische Fortführung, die nicht einfach nur die Ereignisse des Vorgängers wiederholt, sondern neue Konflikte und moralische Dilemmata einführt. Die Beziehung zwischen Sam und den neuen Charakteren, insbesondere die Dynamik rund um die „Beached Things" (BTs), wird intensiver und persönlicher. Die Trauer, die im ersten Teil bereits eine Rolle spielte, wird hier zum zentralen Thema. Kojima inszeniert Verlust auf eine Weise, die unter die Haut geht – sei es durch stille Momente oder dramatische Wendungen.

Gameplay-technisch setzt On The Beach auf Vertrautes, erweitert es aber um neue Elemente. Die Grundmechanik des „Postboten", der Güter durch eine zerstörte Welt transportiert, bleibt erhalten, doch sie fügt sich nun organischer in die Story ein. Der Spieler wird nicht mehr mit absurden Begründungen („Du hast alles vergessen") zurückgeworfen, sondern behält seinen Fortschritt bei. Das ist eine willkommene Abkehr von vielen Fortsetzungen, die Spieler künstlich zurückstufen, um „Herausforderung" zu simulieren.

Allerdings gibt es auch kritische Punkte. Durch die frühere Verfügbarkeit von Waffen und Fahrzeugen verlieren die BTs an Bedrohlichkeit. Im ersten Teil waren diese Begegnungen noch nervenaufreibend und unberechenbar – hier wirken sie durch die actionlastigeren Passagen manchmal wie ein notwendiges Übel, um die Geschichte voranzutreiben. Die melancholische Atmosphäre des Vorgängers, die durch lange, einsame Wanderungen und die ikonische Kameraführung entstand, weicht einer direkteren Konfrontation. Das ist kein Fehler, aber ein bewusster Wechsel des Tons.

Die Präsentation ist erneut herausragend. Der Art-Style bleibt einzigartig, die Musik – wieder von Ludvig Forssell komponiert – unterstreicht die emotionale Wucht der Szenen perfekt. Die Sounddesign-Elemente, von den Schritten im Schlamm bis zu den markerschütternden Schreien der BTs, sind meisterhaft umgesetzt. Die Welt fühlt sich lebendig an, auch wenn sie diesmal weniger unzugänglich wirkt. Das ist ein zweischneidiges Schwert: Einerseits macht es das Spiel zugänglicher, andererseits verliert es dadurch etwas von der ursprünglichen, fast meditativen Langsamkeit.

Wo Death Stranding 2 also gewinnt, verliert es auch. Es ist kein „besseres" Spiel als der Vorgänger – aber ein anderes. Wer die melancholische Einsamkeit des ersten Teils liebte, könnte sich an der actionlastigeren Ausrichtung stoßen. Wer jedoch bereit ist, sich auf die neuen Schwerpunkte einzulassen, wird mit einer der bewegendsten Geschichten des Jahres belohnt. Die Trauer, die hier thematisiert wird, ist universell und wird mit einer Intensität vermittelt, die nur wenige Spiele erreichen.

Fazit: Death Stranding 2: On The Beach ist eine gelungene Fortsetzung, die sich traut, eigene Wege zu gehen. Es ist kein Spiel, das sich auf seinen Lorbeeren ausruht, sondern eines, das bewusst neue Emotionen und Spielmechaniken in den Vordergrund stellt. Wer bereit ist, sich auf diese Veränderungen einzulassen, wird mit einem Erlebnis belohnt, das in puncto Storytelling, Präsentation und emotionaler Tiefe kaum seinesgleichen sucht.

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