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Dead Space

Dead Space

PlattformPCErschienen27.01.2023Metascore89Auch fürPlayStation 3PlayStation 5Xbox 360Xbox Series X

Reviews

Pat · 06.09.2025
★★★★★95/100

Dead Space (2023) im Test: Ein Remake, das Maßstäbe setzt

Das Remake des Sci-Fi-Horror-Klassikers überzeugt durch atemberaubende Atmosphäre und innovative Spielmechaniken – mit wenigen Schwächen.

Fast 15 Jahre nach dem Original kehrt Dead Space zurück – und beweist, dass einige Spiele einfach zeitlos sind. Das Remake für Xbox Series X glänzt mit modernisierter Grafik, cleveren Design-Entscheidungen und einer beklemmenden Atmosphäre, die selbst erfahrene Horrorfans das Fürchten lehrt. Doch nicht alle Aspekte des Spiels halten diesem hohen Standard stand.

Dead Space (2023) ist mehr als nur ein grafisches Facelift des 2008 erschienenen Survival-Horror-Klassikers. Es ist eine Hommage an das Original, die dessen Stärken bewahrt und gleichzeitig zeitgemäße Spielmechaniken integriert. Entwickelt von Motive Studio, einem Team, das bereits mit dem Star Wars: Squadrons-Remaster Erfahrung in der Modernisierung älterer Titel gesammelt hat, setzt das Remake neue Maßstäbe für gelungene Neuauflagen. Doch wie gut gelingt der Spagat zwischen Nostalgie und Innovation?

Schon der erste Eindruck von Dead Space (2023) ist überwältigend. Die USG Ishimura, das havarierte Bergbauschiff, das als Hauptschauplatz dient, wirkt dank der Frostbite-Engine in jedem Winkel detailliert und lebendig – oder besser gesagt: sterbend. Rostige Metallwände, flackernde Lichter und die omnipräsenten Leichen der Crew schaffen eine Atmosphäre, die von der ersten Minute an unter die Haut geht. Das Remake verzichtet auf billige Jump-Scares und setzt stattdessen auf psychologischen Horror, der sich langsam, aber unaufhaltsam aufbaut.

Ein zentrales Element dieser Immersion ist das „RIG“-System, das bereits im Original für Furore sorgte. Die Lebensanzeige ist nicht etwa ein klassischer Health-Balken, sondern eine LED-Leiste, die direkt in den Raumanzug des Protagonisten Isaac Clarke integriert ist. Das Menü wird über ein holografisches Hand-Display aufgerufen, das sich nahtlos in die Spielwelt einfügt. Diese Design-Entscheidungen mögen auf den ersten Blick wie Gimmicks wirken, doch sie tragen maßgeblich dazu bei, dass der Spieler sich nie aus der Welt herausgerissen fühlt. Selbst die Wegfindung wurde zugänglicher gestaltet: Wer sich verlaufen hat, kann sich die nächsten Ziele einfach als leuchtende Pfade anzeigen lassen – eine willkommene Erleichterung, die den Horror nicht schmälert.

Auch das Gameplay wurde behutsam modernisiert. Die „strategische Disartikulation“ – also das gezielte Abtrennen von Gliedmaßen der als „Necromorphs“ bekannten Monster – bleibt das Herzstück des Kampfes. Doch die Physik-Engine sorgt nun für noch befriedigendere Treffer, und die Gegner reagieren dynamischer auf Angriffe. Wer einem Necromorph den Arm abtrennt, muss damit rechnen, dass dieser ihn als Waffe gegen den Spieler einsetzt. Die KI der Gegner ist zwar nicht perfekt, aber sie reicht aus, um für ständige Anspannung zu sorgen. Besonders gelungen ist die Integration von Zero-Gravity- und Vakuum-Sektionen, die das Leveldesign abwechslungsreich halten und neue taktische Möglichkeiten eröffnen.

Doch nicht alles an Dead Space (2023) ist makellos. Die Story bleibt der schwächste Teil des Spiels – und das war bereits im Original so. Die Handlung um den stummen Protagonisten Isaac Clarke, der sich auf die Suche nach seiner verschollenen Freundin macht, ist dünn und wird durch holprige Dialoge sowie klischeehafte Charaktere nicht besser. Die Zwischensequenzen, die im Original noch als statische Bilder mit Voice-Over präsentiert wurden, sind nun zwar animiert, aber die schauspielerischen Leistungen bleiben oft steif. Wer hier tiefgründige Erzählkunst erwartet, wird enttäuscht sein. Die wahre Stärke des Spiels liegt nicht in seiner Handlung, sondern in der Atmosphäre und der Spielmechanik.

Ähnlich ambivalent fällt das Urteil über den Sound und die Musik aus. Der Sounddesign ist solide, aber nicht herausragend. Die Schreie der Necromorphs, das Knarren des Schiffs und das dumpfe Dröhnen der Maschinen tragen zwar zur Beklemmung bei, doch wirklich unvergesslich sind sie nicht. Die Musik, komponiert von Jason Graves, der bereits das Original vertonte, setzt auf dissonante Streicher und bedrohliche Klänge, die jedoch oft im Hintergrund verschwinden. Hier hätte man sich mehr Mut zur Reduktion oder aber eine stärkere Präsenz der Musik gewünscht.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die Länge des Spiels. Mit etwa 12 bis 15 Stunden Spielzeit ist Dead Space (2023) kein besonders langer Titel. Wer das Original bereits kennt, wird zudem wenig Überraschungen erleben. Die Entwickler haben zwar einige neue Nebenmissionen und Audio-Logs hinzugefügt, doch die Hauptgeschichte folgt weitgehend dem bekannten Pfad. Das ist nicht unbedingt ein Manko – schließlich ist das Remake in erster Linie für Fans gedacht –, aber es stellt sich die Frage, warum nicht mehr Inhalte aus dem erweiterten Dead Space 3-Universum integriert wurden.

Trotz dieser Schwächen ist Dead Space (2023) ein meisterhaftes Remake, das zeigt, wie man einen Klassiker für eine neue Generation aufbereitet, ohne seine Seele zu verlieren. Die Kombination aus beklemmender Atmosphäre, innovativem Gameplay und cleveren Design-Entscheidungen macht das Spiel zu einem Muss für jeden Horrorfan. Dass die Geschichte und die Musik nicht ganz mithalten können, fällt angesichts der sonstigen Stärken kaum ins Gewicht.

Besonders hervorzuheben ist die Zugänglichkeit des Spiels. Während das Original noch eine steile Lernkurve hatte, ist das Remake auch für Einsteiger gut spielbar. Die bereits erwähnte Wegfindungshilfe ist nur ein Beispiel dafür, wie Motive Studio das Spiel für ein breiteres Publikum geöffnet hat, ohne dabei die Herausforderung zu verwässern. Wer sich auf die Welt der USG Ishimura einlässt, wird mit einem der intensivsten Horror-Erlebnisse der letzten Jahre belohnt.

Fazit: Dead Space (2023) ist ein Remake, das Maßstäbe setzt. Es beweist, dass einige Spiele einfach zeitlos sind – und dass man sie mit Respekt vor dem Original modernisieren kann, ohne ihre Identität zu verlieren. Wer sich auf die beklemmende Atmosphäre einlässt, wird mit einem unvergesslichen Horror-Erlebnis belohnt. Schade nur, dass es kein Remake von Dead Space 2 geben wird – denn nach diesem Spiel bleibt die Hoffnung auf mehr.