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BioShock 2 Remastered

BioShock 2 Remastered

PlattformPCErschienen29.05.2020Auch fürPlayStation 4, Nintendo Switch, Xbox One

Reviews

Pat · 13.09.2026
★★½★★45/100

BioShock 2 Remastered: Ein solides, aber enttäuschendes Erbe

Rapture kehrt zurück – doch das Remaster hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack.

BioShock 2 Remastered überzeugt mit seiner düsteren Atmosphäre und starken Erzählung, scheitert aber an technischen Problemen und mangelnder Innovation. Wer den Vorgänger mochte, findet hier vertraute Stärken – doch der zweite Besuch unter Wasser fühlt sich oft wie ein Schritt zurück an.

Rapture ist ein Ort, der sich ins Gedächtnis brennt. Die unterwassergelegene Kunstmetropole, bevölkert von genetisch manipulierten Wesen und moralischen Abgründen, war bereits im ersten BioShock ein Meisterwerk der Spielweltgestaltung. Mit BioShock 2 Remastered kehrt dieser Schauplatz zurück – doch während die Atmosphäre und die Geschichte weiterhin fesseln, wirft das Remaster mehr Fragen auf, als es beantwortet.

Der zweite Teil der Reihe, ursprünglich 2010 erschienen, wurde 2020 für moderne Plattformen aufbereitet. Das Ergebnis ist ein Spiel, das in vielen Bereichen überzeugt, in anderen jedoch schwer enttäuscht. Wer den ersten Teil schätzte, wird hier vieles wiedererkennen: die dichte Erzählweise, die moralischen Dilemmata, die Mischung aus Schusswaffen und übernatürlichen Fähigkeiten, den sogenannten Plasmiden. Doch während BioShock 2007 noch als revolutionär galt, wirkt sein Nachfolger heute wie ein berechenbares, wenn auch kompetentes Aufwärmen.

Die Handlung knüpft nahtlos an den Vorgänger an. Diesmal schlüpft der Spieler in die Rolle eines „Big Daddy“, eines genetisch verstärkten Wächters, der einst die „Little Sisters“ beschützte – junge Mädchen, die aus Leichen eine wertvolle Substanz namens ADAM gewinnen. Die Geschichte ist nach wie vor packend, mit einer melancholischen Grundstimmung und einer Erzählweise, die den Spieler direkt in die moralischen Grauzonen von Rapture zieht. Die Dialoge sind scharf, die Charaktere vielschichtig, und die Welt fühlt sich lebendig an, auch wenn sie längst im Chaos versunken ist.

Das Gameplay baut auf den Stärken des ersten Teils auf. Die Kombination aus Waffen und Plasmiden sorgt für abwechslungsreiche Kämpfe, und die Gegner sind vielfältig und herausfordernd. Einige Mechaniken wurden zugänglicher gestaltet: Das lästige Hacken, das im ersten Teil noch für Frust sorgte, wurde reduziert, und auch die Fotografien, die im Vorgänger noch eine größere Rolle spielten, sind weniger präsent. Das macht das Spiel flüssiger, nimmt ihm aber auch ein Stück seines ursprünglichen Charakters.

Doch die größten Probleme liegen nicht im Spiel selbst, sondern in seiner technischen Umsetzung. BioShock 2 Remastered leidet unter häufigen Abstürzen, die den Spielfluss immer wieder unterbrechen. Noch ärgerlicher ist, dass diese Abstürze teilweise mit Spielverlust einhergehen. Wer sich auf eine längere Session einlässt, riskiert, Fortschritte zu verlieren – ein inakzeptabler Zustand für ein Remaster, das 2020 erscheinen sollte. Die Grafik wurde zwar aufgefrischt, doch die Verbesserungen sind nicht so deutlich, wie man es sich wünschen würde. Texturen wirken oft verwaschen, und die Performance ist nicht immer stabil.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die mangelnde Innovation. BioShock 2 führt zwar einige neue Elemente ein, etwa die Möglichkeit, Little Sisters zu „ernten“ oder zu retten, doch diese Entscheidungen wirken oft wie ein Pflichtprogramm. Die Belohnungen für das eine oder andere Vorgehen sind zwar unterschiedlich, doch die Konsequenzen fühlen sich nicht so tiefgreifend an wie im ersten Teil. Die neuen Spielabschnitte, in denen der Spieler als Little Sister agiert, sind interessant, aber zu kurz, um wirklich zu überzeugen.

Die Atmosphäre bleibt jedoch eine der größten Stärken des Spiels. Rapture ist nach wie vor ein faszinierender Ort, voller Details und Geschichten, die zwischen den Zeilen erzählt werden. Die Soundkulisse unterstützt dies perfekt: Das Knarren der Metallstrukturen, das ferne Geschrei der Splicer, das leise Summen der Plasmid-Effekte – all das trägt dazu bei, dass man sich in dieser untergehenden Welt verliert. Die Musik hingegen ist ein schwächerer Punkt. Während der erste Teil noch mit ikonischen Stücken wie „Beyond the Sea“ glänzte, wirkt der Soundtrack hier oft generisch und wenig einprägsam.

Fazit: BioShock 2 Remastered ist ein Spiel, das in vielen Bereichen überzeugt, aber an seinen technischen Mängeln und der mangelnden Innovation scheitert. Wer den ersten Teil geliebt hat, wird hier vieles wiederfinden, was ihn damals begeistert hat – doch der zweite Besuch in Rapture fühlt sich oft wie ein Schritt zurück an. Die Atmosphäre, die Geschichte und das Gameplay sind nach wie vor stark, doch die Abstürze und die fehlende Frische trüben das Erlebnis erheblich. Wer bereit ist, über die technischen Probleme hinwegzusehen, findet hier ein solides, wenn auch nicht herausragendes Spiel. Für alle anderen bleibt die Empfehlung: lieber nicht.

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