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Alone in the Dark

Alone in the Dark

PlattformXbox Series XErschienen20.03.2024Metascore63Community45/100 (1 Review)Auch fürPCPlayStation 5

Reviews

Pat · 19.07.2026
★★½45/100

Alone in the Dark (2024): Atmosphäre ohne Substanz

Eine Neuafulage, das seine Stärken in der Atmosphäre sucht – und an fast allem anderen scheitert.

Das neu aufgelegte Survival-Horror-Spiel überzeugt mit düsterer Stimmung und einem gut gestalteten Herrenhaus, verliert sich aber in undurchsichtiger Erzählung, frustrierendem Gameplay und mangelnder Abwechslung. Ein ambivalentes Erlebnis.

„Alone in the Dark“ (2024) kehrt zu seinen Wurzeln zurück – zumindest optisch und atmosphärisch. Die Neuauflage des Klassikers von 1992 setzt auf ein kompaktes, gut durchdachtes Level-Design und eine bedrückende Noir-Ästhetik, die den Spieler von der ersten Minute an in ihren Bann zieht. Doch hinter der Fassade eines vielversprechenden Horror-Abenteuers verbirgt sich ein Spiel, das in zentralen Bereichen versagt. Die Story bleibt ein undurchdringliches Rätsel und das Kampfsystem wirkt unausgereift.

„Alone in the Dark“ (2024) beginnt mit einem vielversprechenden Setting: Ein abgelegenes Herrenhaus, eine düstere Atmosphäre und eine unheimliche Stimmung, die an die besten Momente des Genres erinnert. Das Spiel nutzt seine Umgebung effektiv, um eine beklemmende Spannung aufzubauen. Das Herrenhaus selbst ist kompakt, aber clever strukturiert, sodass sich der Spieler schnell zurechtfindet, ohne sich in endlosen Gängen zu verlieren. Die Beleuchtung, die Schattenwürfe und die insgesamt düstere Farbpalette tragen maßgeblich dazu bei, dass das Spiel eine unheimliche, fast schon filmische Qualität entwickelt. Hier zeigt die Neuauflage, dass es die Essenz des Originals verstanden hat – zumindest in Teilen.

Doch schon nach kurzer Spielzeit wird klar, dass die Stärken des Spiels nicht ausreichen, um die eklatanten Schwächen auszugleichen. Die größte Hürde ist die Story: Sie wirkt wie ein wirres Puzzle, dessen Teile sich partout nicht zusammenfügen wollen. Der Spieler wird mit einer Vielzahl von Charakteren konfrontiert, deren Motivationen und Hintergründe so oberflächlich skizziert sind, dass sie kaum greifbar werden. Die vermeintliche Prämisse – die Konfrontation mit inneren Dämonen und Ängsten – klingt auf dem Papier interessant, bleibt im Spiel jedoch eine vage Andeutung. Statt einer kohärenten Erzählung erhält der Spieler Fragmente, die sich nicht zu einem sinnvollen Ganzen zusammenfügen. Selbst nach mehreren Stunden Spielzeit bleibt unklar, worum es eigentlich geht.

Diese narrative Schwäche wird durch das Gameplay noch verstärkt. Das Kampfsystem wirkt unausgereift und unpräzise, was in einem Genre, das von Spannung und Kontrolle lebt, besonders schwer wiegt. Gegner reagieren oft unberechenbar, und die Steuerung fühlt sich träge an. Selbst einfache Auseinandersetzungen können so zu frustrierenden Erfahrungen werden. Die Rätsel, die das Spiel bietet, sind größtenteils trivial und erfordern kaum Nachdenken. Sie wirken wie Pflichtübungen, die den Spielfluss unterbrechen, ohne einen echten Mehrwert zu bieten. Die wenigen Momente, in denen das Spiel den Spieler in andere Gebiete führt, wie etwa das Sumpfgebiet, bieten zwar eine willkommene Abwechslung, doch selbst hier münden einige Passagen in Trial-and-Error-Szenarien, die eher nerven als begeistern.

Ein weiterer Kritikpunkt ist die mangelnde Abwechslung. „Alone in the Dark“ (2024) setzt stark auf seine Atmosphäre, doch diese allein reicht nicht aus, um ein Spiel über mehrere Stunden hinweg zu tragen. Die Spielmechaniken wiederholen sich schnell, und die wenigen neuen Elemente, die eingeführt werden, fügen sich nicht nahtlos in das Gesamtgefüge ein. Der Sound und die Musik des Spiels sind zwar funktional, hinterlassen aber keinen bleibenden Eindruck. Sie erfüllen ihren Zweck, ohne jemals wirklich zu glänzen. Einzig die schauspielerische Leistung von Christian Slater sticht positiv hervor. Seine Stimme und seine Präsenz verleihen dem Spiel eine gewisse Tiefe, die an anderen Stellen schmerzlich vermisst wird.

Am Ende bleibt ein zwiespältiges Fazit. „Alone in the Dark“ (2024) hat zweifellos seine Momente – die düstere Atmosphäre, das gut gestaltete Herrenhaus und die schauspielerische Leistung von Slater sind lobenswert. Doch diese Stärken werden von einer undurchsichtigen Story, einem frustrierenden Kampfsystem und mangelnder Abwechslung konterkariert. Wer sich auf ein atmosphärisches Horror-Erlebnis einlässt und bereit ist, über die Schwächen hinwegzusehen, mag hier und da seine Freude haben. Für alle anderen bleibt das Spiel eine enttäuschende Neuauflage, das seine Chancen nicht nutzt.

Die Wertung von 45/100 spiegelt diese Ambivalenz wider. „Alone in the Dark“ (2024) ist kein schlechtes Spiel, aber eines, das weit hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt. Wer nach einem packenden Horror-Abenteuer sucht, sollte sich anderweitig umsehen.

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