
Ein indie-gemachtes Kampfspektakel mit treibendem Soundtrack, das durch sein Gameplay überzeugt – aber auf Dauer erschöpft.
Midnight Fight Express setzt auf rohe Gewalt, flüssige Kämpfe und einen mitreißenden Elektro-Soundtrack. Doch während die ersten Schlägereien begeistern, offenbart das Spiel mit der Zeit seine repetitiven Schwächen. Eine unterschätzte Perle – mit klaren Grenzen.
Wer in Midnight Fight Express aufwacht, hat nur ein Ziel: sich durch eine endlose Horde Gegner zu prügeln. Die Story ist so dünn wie ein Blatt Papier, doch das stört kaum – denn das Spiel lebt von seinen Kämpfen. Und die sind zunächst ein absolutes Highlight.
Das Spiel beginnt mit einer einfachen Prämisse: Ein namenloser Protagonist erwacht in einer düsteren Stadt und muss sich seinen Weg freikämpfen. Die Handlung ist nebensächlich, fast schon nicht existent – doch das ist kein Manko. Midnight Fight Express setzt bewusst auf Atmosphäre und Gameplay, und genau hier glänzt es.
Die Kämpfe sind schnell, brutal und vor allem flüssig. Jeder Schlag, jeder Tritt fühlt sich befriedigend an, und die Gegner reagieren dynamisch auf Angriffe. Besonders gelungen ist das Kombo-System, das es Spielern ermöglicht, sich durch die Massen zu kämpfen, ohne ständig unterbrochen zu werden. Fehler werden toleriert, was den Flow der Kämpfe enorm steigert. In manchen Momenten erinnert das Spiel an die intensiven Prügelszenen aus Old Boy – ein Vergleich, der nicht zu hoch gegriffen ist.
Doch wo Licht ist, gibt es auch Schatten. Während die ersten Stunden für pure Adrenalin-Kicks sorgen, wird das Spiel mit der Zeit zunehmend anstrengend. Die Gegner werden zwar zahlreicher, aber nicht unbedingt intelligenter. Die Kämpfe wiederholen sich, und irgendwann fehlt die Abwechslung. Wer nach stundenlangem Spielen keine Lust mehr auf endlose Schlägereien hat, wird hier schnell an seine Grenzen stoßen.
Ein weiterer Pluspunkt ist der Soundtrack. Die elektronischen Beats passen perfekt zum Tempo der Kämpfe und verstärken das Gefühl von Macht und Kontrolle. Jeder erfolgreiche Schlag wird durch die Musik noch befriedigender – ein echter Ohrenschmaus für Fans von treibenden Rhythmen. Die Soundeffekte selbst sind ebenfalls gelungen, auch wenn sie mit der Zeit etwas repetitiv wirken.
Optisch bewegt sich Midnight Fight Express in einem soliden, aber nicht herausragenden Rahmen. Der Art-Style ist düster und passend zur Atmosphäre, doch er sticht nicht besonders hervor. Die Animationen der Kämpfe sind zwar flüssig, aber die Umgebung wirkt oft leer und wenig inspirierend. Hier hätte man sich mehr Tiefe gewünscht, um die ohnehin schon spärliche Story etwas aufzuwerten.
Die Atmosphäre leidet ebenfalls unter der Einfachheit des Spiels. Während die ersten Minuten noch ein gewisses Noir-Gefühl vermitteln, verliert sich dieser Eindruck schnell in der Monotonie der Kämpfe. Es fehlt an Abwechslung, an Momenten, die den Spieler emotional mitreißen. Stattdessen bleibt ein Gefühl von „mehr desselben“ zurück.
Fazit: Midnight Fight Express ist ein Spiel, das vor allem durch sein Gameplay und seinen Soundtrack überzeugt. Die Kämpfe sind flüssig, brutal und machen Spaß – zumindest für eine Weile. Doch wer nach mehr Tiefe sucht, wird enttäuscht sein. Die Story ist nicht vorhanden, die Atmosphäre dünn, und die Wiederholungen werden mit der Zeit ermüdend. Wer jedoch bereit ist, sich auf das reine Kampferlebnis einzulassen, wird hier eine unterschätzte Indie-Perle finden. Allerdings mit der klaren Warnung: Irgendwann wird es einfach zu viel.
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