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Gargoyles Remastered

Gargoyles Remastered

PlattformPlayStation 5Erschienen19.10.2023Metascore56Auch fürPCPlayStation 4Nintendo SwitchXbox OneXbox Series X

Reviews

Pat · 07.11.2025
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Gargoyles Remastered: Ein Remaster, das seinen Namen nicht verdient

Nostalgie allein rettet kein technisch gescheitertes Remaster.

„Gargoyles Remastered“ für die Xbox Series X verspricht eine moderne Neuauflage des Klassikers – doch was bleibt, ist ein unspielbares Durcheinander aus verwaschenen Texturen, unlesbaren Menüs und frustrierendem Gameplay. Selbst der Nostalgie-Faktor kann diese Enttäuschung nicht aufwiegen.

Es ist ein trauriges Paradox: Ein Spiel, das einst für seine düstere Atmosphäre und seinen markanten Art-Style gelobt wurde, scheitert heute gerade an diesen Elementen. „Gargoyles Remastered“ sollte Fans der 90er-Jahre-Vorlage eine frische, zeitgemäße Erfahrung bieten. Stattdessen entpuppt es sich als Musterbeispiel dafür, wie man ein Remaster nicht angeht. Die überarbeitete Grafik ist nicht nur unansehnlich, sondern in vielen Situationen schlichtweg unbrauchbar – und das Original bleibt die bessere Wahl.

Als ich „Gargoyles Remastered“ im Store entdeckte, war die Vorfreude groß. Der Disney-Klassiker aus dem Jahr 1995, ursprünglich für die Sega Genesis erschienen, hatte in meiner Erinnerung einen besonderen Platz: düstere Mittelalter-Atmosphäre, ein ungewöhnlicher Mix aus Action und leichten Plattform-Elementen, und natürlich die ikonischen Steinfiguren, die zum Leben erwachen. Ein Remaster für die Xbox Series X klang nach einer willkommenen Gelegenheit, diese Nostalgie zu pflegen – doch was ich vorfand, war eine enttäuschende Ansammlung technischer und spielerischer Mängel.

Die Grafik: Ein Fall von „zu viel des Guten“

Das Remaster wirbt damit, zwischen der originalen Pixelgrafik und einer überarbeiteten, hochauflösenden Version wechseln zu können. Auf den ersten Blick klingt das nach einer netten Idee – doch in der Praxis offenbart sich schnell, warum dieser Ansatz hier grandios scheitert. Die moderne Grafik ist nicht etwa eine liebevolle Neuinterpretation des Originals, sondern eine unscharfe, überladene Katastrophe. Texturen wirken verwaschen, als hätte man sie einfach hochskaliert und mit einem Weichzeichner bearbeitet. Wichtige Details, wie Plattformen oder Gegner, verschwimmen im Hintergrund, was das Spiel an vielen Stellen unspielbar macht. Selbst einfache Sprungpassagen werden zur Geduldsprobe, weil man schlicht nicht erkennen kann, wo der Charakter überhaupt landen soll.

Das Problem gipfelt in den Menüs und HUD-Elementen. Die Schrift ist so klein und unleserlich, dass man selbst auf einem großen Bildschirm ständig die Nase gegen den Monitor pressen muss, um überhaupt etwas zu entziffern. Hier zeigt sich ein grundlegendes Missverständnis dessen, was ein Remaster leisten sollte: Es geht nicht darum, einfach nur die Auflösung zu erhöhen, sondern darum, die Spielmechanik und die visuelle Klarheit an moderne Standards anzupassen. „Gargoyles Remastered“ scheitert an dieser Aufgabe auf ganzer Linie.

Ironischerweise ist die originale Pixelgrafik die bessere Wahl – nicht aus Nostalgie, sondern aus purer Notwendigkeit. Sie ist klar, lesbar und erfüllt ihren Zweck. Die überarbeitete Version wirkt dagegen wie ein halbherziger Versuch, ein Spiel aus einer anderen Ära gewaltsam in die Gegenwart zu zerren, ohne Rücksicht auf die spielerischen Konsequenzen.

Gameplay: Frust statt Flow

Doch die Probleme von „Gargoyles Remastered“ beschränken sich nicht auf die Grafik. Das Gameplay selbst ist ein Relikt aus einer Zeit, in der Präzision und faire Herausforderungen oft hinter Trial-and-Error-Prinzipien zurückstanden. Die Steuerung fühlt sich steif und unpräzise an, besonders in den Plattform-Passagen, die ohnehin schon durch die unleserliche Grafik erschwert werden. Gegner sind entweder zu einfach zu besiegen oder tauchen in solchen Massen auf, dass sie den Spieler ohne erkennbaren Rhythmus überfordern. Checkpoints? Fehlanzeige. Ein einziger Fehler bedeutet oft, ganze Abschnitte wiederholen zu müssen – und das in einem Spiel, das ohnehin schon wenig Geduld belohnt.

Die Story, die im Original zumindest für einen gewissen Charme sorgte, wirkt hier noch flacher und zusammenhangloser. Die Dialoge sind holprig, die Charaktere blass, und die Handlung bietet kaum Anreize, sich weiter durch die frustrierenden Levels zu kämpfen. Selbst die ikonische Stimme von Goliath, dem Protagonisten der Serie, wirkt hier fehl am Platz – als hätte man sie einfach aus dem Original übernommen, ohne sie in den neuen Kontext einzubetten.

Atmosphäre und Sound: Verlorene Magie

Eines der größten Versprechen eines Remasters ist es, die Atmosphäre des Originals zu bewahren und gleichzeitig für moderne Ohren und Augen aufzuwerten. Doch auch hier versagt „Gargoyles Remastered“. Die düstere, mittelalterliche Stimmung, die das Original so besonders machte, wirkt hier wie eine billige Kulisse. Die überarbeiteten Hintergründe sind zwar detailliert, aber sie wirken steril und leblos – als hätte man vergessen, dass Atmosphäre mehr ist als nur schöne Grafik. Die Musik, einst einprägsam und passend zum Setting, klingt nun wie eine lieblos hochskalierte MIDI-Datei, die jeden emotionalen Impact vermissen lässt.

Der Sounddesign ist ebenfalls enttäuschend. Geräusche wirken gedämpft und unpassend, als hätte man sie einfach aus dem Original übernommen, ohne sie an die neue Grafik anzupassen. Das Ergebnis ist ein Spiel, das sich anfühlt wie ein Puzzle, bei dem die Teile nicht zusammenpassen – und das nicht auf eine kreative, sondern auf eine frustrierende Weise.

Fazit: Ein Remaster, das niemand brauchte

„Gargoyles Remastered“ ist ein Lehrbeispiel dafür, wie man ein Remaster nicht angehen sollte. Es scheitert an den grundlegendsten Anforderungen: Es ist unspielbar, unleserlich und bietet keinerlei spielerische oder atmosphärische Verbesserungen gegenüber dem Original. Der einzige Lichtblick ist der Nostalgie-Faktor – doch selbst der verblasst schnell angesichts der technischen und spielerischen Mängel.

Wer das Original kennt und liebt, sollte es dabei belassen. Wer es nicht kennt, hat hier nichts verpasst. „Gargoyles Remastered“ ist kein Remaster, sondern ein trauriges Beispiel dafür, wie man ein Stück Gaming-Geschichte nicht ehren sollte. Es bleibt zu hoffen, dass zukünftige Projekte dieser Art mehr Sorgfalt und Respekt für das Original zeigen – denn „Gargoyles“ hätte es verdient gehabt.